Es ist Dir sicher bewusst, wie wichtig der erste Eindruck dabei ist, um zu einem fremden Menschen Vertrauen aufzubauen. Doch oft vergisst Du das dann, wenn es um Dich selbst geht. Gerade weil Du es mit sensiblen Themen zu tun hast und natürlich vorsichtig kommunizierst. Denn es geht ja bei Deiner Arbeit nicht um Dich, sondern um die Person vor Dir.

Ganz beseelt von Deinem starken Antrieb den Menschen hellfen zu wollen, kann es also vorkommen, dass Du ab und an über Deine eigenen Füsse stolperst, was sich gerade bei der Über Mich-Seite zeigen kann. Gerade diese ist jedoch unendlich wichtig, damit sich Dein Gegenüber Dich kennenlernen kann.

 

Deine Vision ist es, die Trauer und den Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft positiv zu verändern?

Glaub mir, ich verstehe Dich so gut. Trotz meiner vielfältigen Erfahrung in betriebswirtschaftlichen Faktoren, verschliessen sich mir manchmal Scheuklappenmässig die Augen, wenn es darum geht im Bereich dieser sensiblen Themen mit Marketing- und Verkaufswissen aufzutreten. Auf den ersten Blick können diese natürlich eher unmenschlich wirken. So lässt Du sie vielleicht bei Deinem Auftritt unter den Tisch fallen. Schliesslich willst Du ja hier kein Angebot vermarkten, sondern trauernden oder sterbenden Menschen Deine wertvolle Unterstützung zukommen lassen und sie auf diesem wichtigen Weg begleiten. Da gebe ich Dir prinzipiell Recht, dennoch sehe ich diese Einstellung aus mehreren Aspekten negativ.

Wieso der zweite Blick sich oft vom ersten unterscheidet?

Zum einen hast Du die wundervolle Fähigkeit, in diesen schwierigen Situationen beizustehen, Kraft zu spenden und Halt zu schenken. Welch kostbare Gabe, welche wahrlich nur wenige Mensche besitzen. Doch wahrscheinlich geht es Dir wie allen Menschen: Ende des Monats wollen Deine Rechnungen bezahlt werden und Dein Magen knurrt in regelmässigen Abständen. Um Deinen Verpflichtungen nachzukommen und Deine eigenen Bedürfnisse zu stillen, benötigst Du also Geld.

Keine Frage, dieses kannst Du Dir in einem „Brotjob“ verdienen. Das mag auf den ersten Blick weniger verwerflich wirken, als mit der Trauer von Menschen Deinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Mit meiner Meinung mag ich polarisieren, aber: Wenn Du nun durch Deinen Job weniger von Deiner besonderen Energie zur Verfügung hast, wie kannst Du dann mit Deiner wertvollen Gabe den Menschen gleichermassen helfen? Die Gefahr, dabei komplett auszubrennen sowie Deiner eigenen Gesundheit zu schaden, werde ich in diesem Artikel nicht beleuchten. Aber wenn Du Deine Kräfte verlierst, schadet Dir dies als besonders hilfsbereitem Menschen langfristig extrem. In diesen Momenten rational etwas Neues aufzubauen, kann dann zur schier unüberwindbaren Aufgabe werden.

Einen weiteren Faktor erachte ich als mindestens so wichtig. Meine persönliche Empfindung sagt mir, dass es unserer Gesellschaft unendlich gut tun würde, raschmöglichst einen offeneren Umgang mit der Endlichkeit zu finden. Es ist dringend nötig, dass hier grosse Veränderung passieren sollten. Doch wie kann das geschehen, wenn Unterstützungsangebote entweder kostenlos oder unbekannt sind?

Kein Richtig oder Falsch, aber eine Entscheidung

Klar kann es sinnvoll sein, in einem Beruf zu bleiben, den Du magst. Solange er mit Deinen Kräften human umgeht und Dir die Freiheiten lässt, zu gewissen Zeiten Deinem Herzenswunsch nachzugehen. Menschen im Umgang mit dem Tod zu unterstützen, ist eine herausfordernde Aufgabe. Darum ist es umso wichtiger, einen bewussten und achtsamen Umgang mit Deinen Energien zu pflegen. Gut zu Dir selbst zu schauen, sollte bei dieser wichtigen Arbeit sowieso ganz selbstverständlich die erste Priorität sein. Aus eigener schmerzlichen Erfahrung ist mir jedoch bewusst, dass gerade wir helfenden Menschen dazu neigen, uns selbst zu wenig Fürsorge entgegenzubringen.  Ich verstehe also vollkommen, dass Deine eigene Wahrnehmung in der Öffentlichkeit kaum der grösste Fokus bei Deinem Tun einnimmt. Das soll es sogar keinesfalls, denn natürlich geht es immer darum, den Menschen Dir gegenüber die nötige Unterstützung zuteil werden lassen.

Doch mal ehrlich:
Wie soll das gehen, wenn die Menschen noch nie von Dir und Deiner Arbeit gehört haben?

Oder nach einem Besuch auf Deiner Webseite noch verwirrter sind als bereits zuvor?

Menschen, welche plötzlich ganz direkt mit dem Tod konfrontiert sind, benötigen jede erdenkliche Sicherheit. Du weisst das besser als viele Andere.
Klar möchtest Du Dich nicht zu sehr ins Bild rücken, weil Du die gute Fee im Hintergrund bist. Absolut verständlich. Aber gerade in schwierigen Zeiten ist Vertrauen noch wichtiger und kostbarer als sonst. Und wie sollen die Menschen, welche Du mit Deinem grossartigen Angebot Deine Unterstützung zukommen lassen, wissen mit wem sie ihre intimsten Gedanken und Schmerzprozesse teilen werden, wenn Du es ihnen vorenthälst? Klar, es gibt viele wichtige Punkte nebst der „Über mich“-Seite. Aber da sie die am häufigsten angeklickte Seite auf Deiner Webseite ist, starten wir einfach damit.

Irgendwo beginnt es schliesslich immer mit dem ersten Schritt. So macht es doch Sinn, direkt bei Dir zu starten, wo auch ein wesentlicher Teil Deiner Mission zu finden ist. Die Menschen, welche sich vertrauensvoll an Dich wenden, wollen wissen wer Du bist, was Dich antreibt und wofür Du Dich einsetzt. Richtlinie hier: Persönlich, aber nicht privat. Schliesslich möchtest Du ja professionell unterwegs sein. Dies in einem Thema, in welchem Abgrenzung sowieso ein Balanceakt ist und bleibt. Darum tue Dir und den Menschen einen grossen Gefallen und beginne mit allem, was Du tust immer bei Dir selbst.

 

Hier sind die 3 Tipps für Deine Über Mich Seite

Wenn Du noch keine eigene Webseite betreibst, schreibe denoch eine „Über Mich“-Seite. Du wirst sie immer wieder benötigen. Sei dies für Texte auf andere Kanäle wie Social Media, Zeitungsberichte oder Gastbeiträge. Mit diesen kurzen Tipps gelingt Dir garantiert eine tolle Beschreibung, welche die Menschen anspricht und sie dabei unterstützt, mit Dir an ihren Trauer-Themen zu arbeiten.

  1. Sei einzigartig!
    Mein Motto: Stech aus der Reihe und lebe, wer Du bist. Niemals werden Dich alle Menschen gleichermassen toll finden, darum kannst Du direkt so sein, wie Du wirklich bist. Das ist sogar ein grosser Vorteil! Denn wenn «die Nase» passt, klappt es in der Regel auch im sonstigen Umgang. Für mich gehört zu einer guten Zusammenarbeiten immer Vertrauen und die Möglichkeit, gemeinsam lachen zu können. Gerade bei schweren Themen finde ich, dass auf Humor keinesfalls verzichtet werden kann.  Das Leben ist zu kurz, um Zeit damit zu verlieren, Unpassendes passend zu machen. Daher zeig direkt, wer Du wirklich bist. Mit all Deinen Stärken und Schwächen, denn genau diese machen Dich als Persönlichkeit aus. Darum geht es doch, wenn Du so nahe mit Menschen arbeitest.
  2. Verwende klare Seitenbezeichnungen
    Ja, mit mir kennst Du eine wahre Fürsprecherin und Verfechterin der Kreativität und Non-Konformität. Jedoch ist diese bei den Menü-Bezichnungen auf Deiner Webseite definitiv am falschen Ort ausgelebt. Für interessierte Besucher muss auf den ersten Blick klar sein, was hinter der jeweiligen Seite wartet. Nutze also für Deine «Über mich-Seite» einen einfach verständlichen Titel. Wie zum Beispiel: Über mich 😊
  1. Bleib kurz und knackig
    Eine schlichte Darstellung mit kurzem präzisen, übersichtlichem Text reicht. Wenn dem Besucher dazu noch Dein freundliches Lächeln auf einem Foto entgegenstrahlt, dann hast Du den ersten Eindruck ideal hinbekommen und die Menschen, werden sich gerne durch Dich unterstützen lassen.
    Nun wünsche ich Dir viel Spass beim Texten. Melde Dich gerne bei mir, wenn Du Dir Unterstützung wünscht. Über Dich selbst zu schreiben ist wahrlich die Königsdisziplin. Vielleicht kannst Du ja einen Freund bitten, Dich aus neutraler Sicht mit Worten und Fakten über Dich zu ergänzen. Wir neigen nämlich oft dazu, unsere Einzigartigkeit zu verwässern, weil wir vieles als Selbstverständlich wahrnehmen, was etwas Besonderes ist.

Wenn sich in den Tabuthemen Trauer, Sterben, Tod endlich etwas zum Besseren verändern soll, braucht die Welt Dein volles Leuchten.

Alles Liebe.
Sabrina